Unser
Unter­nehmen

Weltweit führender Systemanbieter für den Brandschutz

Rosenbauer ist der weltweit führende Systemanbieter für den vorbeugenden und abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz. Die internationale Unternehmensgruppe entwickelt und produziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und digitale Lösungen für Berufs-, Betriebs-, Werks- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.

Die börsennotierte Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding, Österreich, fungiert als Mutterunternehmen des Rosenbauer Konzerns. Sie ist gleichzeitig die größte Produktionsgesellschaft, die Forschungsund Entwicklungszentrale und zeichnet für die Steuerung der Gruppe verantwortlich.

Im Jahr 2023 erwirtschaftete der Rosenbauer Konzern einen Umsatz von 1.064,5 Mio €. Die einzelnen Produktgruppen haben dazu wie folgt beigetragen: Fahrzeuge 74 %, Ausrüstung 9 %, Vorbeugender Brandschutz 4 %, Customer Service 10 % und Sonstige Umsätze mit 3 %. Mit einem Weltmarktanteil von zuletzt 10,9 % ist Rosenbauer einer der führenden Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen.

Umsatz nach Produktsegmenten 2023

Ziele, Strategie und Steuerung

Als Trendsetter der Branche prägt Rosenbauer den Brand- und Katastrophenschutz durch richtungsweisende Innovationen und herausragende Produkte. Auch mit Blick auf die Zukunft verfolgt das Unternehmen den Anspruch, Vorreiter bei Weiterentwicklungen im Bereich der Feuerwehrtechnik zu sein. Rosenbauer strebt in allen Bereichen die Spitzenposition an. Oberstes Unternehmensziel ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen und den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern.

Bei der Umsetzung dieses Führungsanspruchs profitiert Rosenbauer von den Stärken des Unternehmens:

  • der globalen Präsenz und dem umfassenden Leistungsangebot als einziger Systemanbieter
    für den vorbeugenden und abwehrenden
    Brand- und Katastrophenschutz,
  • seiner Rolle als Innovations- und Technologieführer,
  • einer starken vertikalen Integration und industriellen Fertigungsmethoden,
  • dem weltweiten Ansehen der Marke Rosenbauer sowie
  • seinen kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ausgangspunkt für die unternehmerischen Entscheidungen und die Steuerung des Konzerns ist eine strategische Mehrjahresplanung, die Markt-, Portfolio-, Produkt- und Produktionsplanungen beinhaltet. Für das jeweils nächste Geschäftsjahr wird für alle Gesellschaften, die Areas und den Konzern ein detailliertes Budget verabschiedet. Zur unterjährigen Steuerung werden diese Jahresbudgets hinsichtlich Zielerreichung überprüft. Dabei werden unter anderem Soll-/Ist- und Vorjahresvergleiche sowie Abweichungsanalysen und Vorschaurechnungen durchgeführt.

Rosenbauer ist sich seiner besonderen sozialen Verantwortung als Ausstatter der Feuerwehren, deren Mitglieder ein hohes gesellschaftliches Engagement zeigen, bewusst. Die Unternehmensgruppe berücksichtigt daher in ihrem wirtschaftlichen Handeln auch nichtfinanzielle Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Human Resources und Compliance, legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und betreibt einen kontinuierlichen Austausch mit den Stakeholdern. Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsverständnis finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2023 auf S. 26.

Einzigartiges globales Netzwerk

Der Rosenbauer Konzern betreibt 16 Produktionsstandorte in zehn Ländern auf drei Kontinenten und deckt mit Produkten aus europäischer, USamerikanischer und asiatischer Fertigung alle wichtigen Normenwelten ab. Dazu kommen eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften in 19 Ländern sowie etwa 230 selbstständige Handelspartner rund um den Globus.

Mit Jahresbeginn 2023 hat Rosenbauer seine Vertriebsregionen neu geordnet, um die Marktbearbeitung durch Synergien zu vereinfachen. Zu diesem Zweck wurde die Area NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika) als eigenständige Einheit aufgelöst und in die neu formierten Vertriebsregionen Americas, Europe sowie Middle East & Africa integriert.

Die skandinavischen und Benelux-Länder sowie England, Frankreich, Spanien und Portugal wurden in die bisherige Area CEEU eingegliedert, die jetzt alle europäischen Länder umfasst und in Area Europe umbenannt wurde. Die von der Area NISA betreuten afrikanischen Länder wanderten in die Area Middle East & Africa. Auf dem afrikanischen Kontinent ist somit nur mehr eine Area tätig. Die südamerikanischen Feuerwehrmärkte wurden in die ehemalige NOMA eingebracht, die nun als Area Americas ganz Nord- und Südamerika wie auch die Karibik betreut.

Die Area Asia-Pacific ist von diesen organisatorischen Veränderungen nicht betroffen. Die Aktivitäten im Vorbeugenden Brandschutz werden auch weiterhin in einem eigenen Segment dargestellt. Insgesamt ist Rosenbauer in rund 120 Ländern vertreten und verfügt damit über ein in der Feuerwehrbranche einzigartiges internationales Netzwerk.

Nummer 1 bei Innovationen

Mit seinen innovativen Produkten definiert Rosenbauer den Stand der Technik in seiner Industrie und entwickelt aktiv die Kundennachfrage. Forschung & Entwicklung haben einen dementsprechend hohen Stellenwert für den Konzern. Der Rosenbauer Innovationsprozess integriert systematisch die branchenrelevanten Megatrends, Erkenntnisse aus der Marktbeobachtung, Kundenanforderungen und Mitarbeitervorschläge. Der Rosenbauer Konzern hält rund 169 Patente und Patentanmeldungen, hinzukommen zahlreiche Geschmacks- und Gebrauchsmuster sowie Marken.

2023 hat der Konzern 27,8 Mio € (2022: 31,6 Mio €) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Das sind 2,6 % (2022: 3,2 %) des Konzernumsatzes. Die Aktivierungsquote betrug 21,9 % (2022: 19,9 %) und betraf Entwicklungen in Österreich und Deutschland. 58 % (2022: 41 %) der Entwicklungskosten in Höhe von 16,3 Mio € (2022: 13,1 Mio €) entfielen auf die Rosenbauer International AG, das konzernweite Kompetenzzentrum für Kommunal- und Spezialfahrzeuge, Feuerlöschsysteme und Ausrüstung.

Forschung und Entwicklung/F&E Quote

Forschung und Entwicklung

Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag 2023 auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktangebotes sowie auf der Identifizierung von strategischen Zukunftsthemen, um daraus konkrete Handlungsfelder für Rosenbauer ableiten zu können.

Im Berichtsjahr veröffentlichte Rosenbauer die „Firefighting Trendmap 5.0“ als interaktive digitale Visualisierung mit umfangreichen Hintergrundinformationen zu den darin enthaltenen zwölf Trends. Die Validierung und Vertiefung der Inhalte erfolgte durch interne Trendworkshops und einen Workshop mit Experten aus Mitteleuropa. Durch die digitale Aufbereitung ist es gelungen, einen Großteil der dahinterliegenden Recherche- Erkenntnisse so aufzubereiten, dass diese für weitere Ableitungen besser greifbar sind. Die Trendmap soll Lesende dabei unterstützen, sich kritisch mit möglichen Zukunftsereignissen auseinanderzusetzen, um sich für zukünftige Herausforderungen zu wappnen, aber auch Chancen frühzeitig aufgreifen zu können. Denn Umweltveränderungen, hervorgerufen durch den Klimawandel, neue und neu aufkeimende globale geopolitische Konflikte und Gesundheitseinflüsse, soziale Umbrüche, begrenzte Ressourcen, Chancen und Risiken der Mobilitätswende sowie fortschreitende Digitalisierung, haben ihre Auswirkungen auf den Feuerwehr- und Katastrophenschutzsektor.

Darüber hinaus wurden Zusatztools entwickelt, um bei der Arbeit mit der Trendmap klar und einfach Ableitungen für den jeweiligen Feuerwehrkontext schaffen zu können. In Zukunftsworkshops mit mehreren Institutionen und Kunden stellte sich heraus, dass die neuen Tools und die Firefighting Trendmap 5.0 als Moderationstool ideal sind, um damit Entwicklungs- und Strategieprojekte zu unterstützen.

Die Weiterführung des „Green Energy on Fire“-Netzwerks und die Konkretisierung von Förder- und Umsetzungsunterstützungen seitens Bund und der Länder waren ebenfalls Teil der Entwicklungstätigkeit im Jahr 2023. Digitale, online abrufbare Maps für „Green Energy on Fire“ sowie die „Wildfire action map“ sind aktuell in Bearbeitung. Sie sollen Einsatzorganisationen dabei unterstützen, leichter einen Überblick über die oft komplexen Themen zu erhalten, und als Basis zur Ableitung von konkreten Handlungsansätzen fungieren.

Mit Universitäten, Forschungsinstituten und Technologiepartnern startete Rosenbauer parallel drei Forschungsprojekte mit Schwerpunkt „Robotik für den Feuerwehreinsatz“. So stand beim Projekt EASIER die Rescue-Robot-Interaktion mit dem Menschen im Mittelpunkt, konkret die Erforschung und Entwicklung eines eigenen Roboterbedienstandes mit benutzerzentrierter Bedienoberfläche. Die Anwenderfreundlichkeit (User Experience) wurde nach der Hard- und Softwareentwicklung durch eine eigens dafür entwickelte psychologische Evaluierungsmethode mit mehreren Probanden getestet. Durch eine psychologische Studie konnte das dazu aufgebrachte Vertrauen in die Mensch-Maschinen-Interaktion bewertet werden. Zusätzlich wurden zwei weitere Forschungsprojekte mit dem Austrian Institute of Technology mit Fokus auf die systematische und automatische Erfassung von Anomalien durch die Rescue-Robotic- Einheiten initiiert. Dadurch sollen später mögliche Interventionsmaßnahmen frühzeitig erkannt werden.

Nachhaltigkeit spielt im Rosenbauer Konzern eine wichtige Rolle, daher beschäftigte sich der Konzern im Berichtsjahr intensiv mit dem Thema Kreislaufwirtschaft (Circular Economy). Hier steht das Produkt im Mittelpunkt. Es soll am Ende des Lebenszyklus nicht zur Belastung für Mensch und Natur (Abfall) werden, sondern durch gezielte Maßnahmen wie Refurbishment oder Recycling von Komponenten möglichst umweltschonend wiederverwertet werden können. Gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität und dem Linz Center of Mechatronics sowie weiteren Industrieunternehmen startete Rosenbauer ein Pilotprojekt, um konkrete Kreislaufpotenziale für Tauchpumpen oder Duroplast-Rücksitzbänke (verbaut im AT) sichtbar zu machen bzw. eine Herangehensweise zu erarbeiten.