Ausblick 2026

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung¹

Der IWF erwartet für 2026 eine weiterhin robuste Weltwirtschaft mit einem globalen Wachstum von rund 3,3 % auf Vorjahresniveau. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bleibt regional unterschiedlich. In den USA bleibt das Wachstum mit rund 2,4 % vergleichsweise stark, in Europa mit etwa 1,3 % moderat. In Asien liegt das Wachstum insgesamt höher; China verlangsamt sich auf 4,5 %, während Indien und Teile Südostasiens weiter deutlich über dem globalen Durchschnitt wachsen.

Die globale Inflationsdynamik dürfte sich 2026 weiter abschwächen. Der IWF erwartet eine durchschnittliche Verbraucherpreisinflation von rund 3,8 %. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nähert sich die Inflation den Zielwerten der Zentralbanken an – im Euroraum etwa 2 %, in den USA langsamer rückläufig. Sinkende Energiepreise wirken zusätzlich dämpfend auf den Preisdruck.

Die Finanzmärkte bleiben laut IWF von einem unterstützenden geldpolitischen Umfeld geprägt. In den USA und Großbritannien wird mit weiteren Zinssenkungen gerechnet, während die Europäische Zentralbank einen stabilen Zinspfad verfolgt. Der US-Dollar dürfte 2026 robust, aber volatil bleiben. Schwellenländer mit soliden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen profitieren von den geldpolitischen Lockerungen und günstigen globalen Finanzierungsbedingungen.

Nach dem Bilanzstichtag haben sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärft. Der Konflikt führt zu anhaltenden Unsicherheiten an den Energie- und Beschaffungsmärkten sowie zu erhöhten Preis- und Lieferkettenrisiken. Die möglichen Auswirkungen des Iran- Konflikts auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Rosenbauer Gruppe werden in diesem Zusammenhang aktuell analysiert und sind zurzeit noch nicht abschätzbar.

Perspektiven auf den Absatzmärkten

Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit einem Abstand von ein bis zwei Jahren. Die Nachfrage wird stark von Ländern mit kontinuierlichem Beschaffungswesen und einem erhöhten Sicherheitsbewusstsein nach Naturkatastrophen geprägt. Global ist eine verstärkte Investitionsbereitschaft von Flughäfen erkennbar, getragen von wachsendem Flugbetrieb, regulatorischen Vorgaben und einem zunehmenden Bewusstsein für operative Risiken. In Europa werden aus geopolitischen Erwägungen neue Finanzierungsprogramme für Sicherheit und Infrastruktur geschnürt.

Vor diesem Hintergrund ist für die globale Feuerwehrbranche im Jahr 2026 von einer weiterhin stabilen Nachfrageentwicklung auszugehen – denn trotz eines durchwachsenen konjunkturellen Umfelds und knapper werdender Budgets investiert der öffentliche Sektor kontinuierlich in die Sicherheit von Menschen und Infrastruktur.

Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuerwehrmärkte sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen zu können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaffungsvolumen erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten vor Ort intensiviert. Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über einen historisch hohen Auftragsbestand von 2.354,6 Mio. € (2024: 2.279,8 Mio. €). Dieser Wert liegt deutlich über einem Konzernjahresumsatz und stellt die Auslastung auf Basis der Produktionskapazitäten bis ins Jahr 2027 sicher.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Die Rosenbauer Unternehmensgruppe verfügt aus heutiger Sicht über angemessene Voraussetzungen für eine geordnete Geschäftsentwicklung im Jahr 2026. Die Feuerwehrbranche ist überwiegend von öffentlichen Auftraggebern geprägt und folgt konjunkturellen Entwicklungen erfahrungsgemäß mit zeitlicher Verzögerung. Trotz eines von Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfelds wirken Investitionen in Sicherheits-, Infrastruktur- und Katastrophenschutzmaßnahmen grundsätzlich stabilisierend auf die Nachfrage.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über einen soliden Auftragsbestand, der die Auslastung der Produktionskapazitäten in den kommenden Perioden wesentlich unterstützt. Die weitere Entwicklung wird unter anderem von der gesamtwirtschaftlichen Lage in den einzelnen Regionen, der Umsetzung laufender Projekte sowie von der Entwicklung der Energie-, Rohstoff- und Vormaterialpreise beeinflusst. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, zur Optimierung der Wertschöpfungsprozesse sowie zur Verbesserung des Working Capitals werden fortgeführt.

Gleichzeitig ist sich der Vorstand der bestehenden Risiken bewusst, insbesondere im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen, Kosten- und Preisdruck sowie möglichen Veränderungen der finanziellen Rahmenbedingungen. Unter Berücksichtigung der eingeleiteten Maßnahmen, der internationalen Aufstellung des Konzerns sowie des etablierten Risikomanagements geht der Vorstand davon aus, dass sich die operative Entwicklung der Rosenbauer Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2026 insgesamt stabil darstellen wird.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Vorstand auf Basis der aktuellen Planung einen Umsatz von circa 1,5 Mrd. €. Die EBIT-Marge soll sich unter Berücksichtigung der bestehenden Unsicherheiten weiter auf über 6 % verbessern.

1 IWF, World Economic Outlook, 19. Jänner 2026.